Erweiterung Pfahlbaumuseum Unteruhldingen, 2. Preis

einstufiger anonymer, geladener Realisierungswettbewerb vom Oktober 2018

zweiter Preis

Angelehnt an den Bestand von 1996 präsentieren sich 3 neuzeitlich abstrahierte Pfahlbauten in klarer Nord/Süd-Richtung und nehmen die Besucher ganz selbstverständlich in Empfang: Eine grosszügige Überdachung, die in Verbindung mit dem Museumsvorplatz eine Vielzahl an Besuchern aufnimmt und in das Gebäude leitet. Die anschließende Piazza als zentraler Besucherverteiler erstreckt sich auf über 700m², von denen 450m² witterungsgeschützt sind

Im Realisierungsteil wird durch die Gestaltung einer Piazza ein zentrales Element als Mittelpunkt und Verteilerplattform in die unterschiedlichen Ausstellungsbereiche vorgesehen. Im 1. Obergeschoss gibt es zukünftig einen öffentlichen Schulungsraum, sowie die Bibliothek. Und einen Gästebereich. Das Museumsprojekt endet mit dem Café Richtung Freihaltezone Kanal. Parkplätze gibt es oberirdisch ausschliesslich für Mitarbeiter, die Einfahrt zu den Parkplätzen wird mit der Museumsanlieferung zusammengelegt, um den Bereich weiter südlich zusätzlich zu beruhigen. Im Ideenteil wird der Realisierungsteil um eine zusätzliche Ausstellungshalle ergänzt. Die Parkplätze werden in eine Tiefgarage östlich der Freihaltezone verlegt, einzig zwei Parkplätze für Rollstuhlbenützer verbleiben oberirdisch. Die neue Halle schliesst das Museumsgelände gegen Osten und bildet einen zusätzlichen bespielbaren Aussenbereich: Der Verbindungsweg zwischen Piazza und neuer Halle wird als temporäre Überdachung ausgeführt und kann bei Bedarf entfernt werden.

Material- und Konstruktionsprinzipien: Die Konstruktion sowie die Materialität der zentralen Piazza stellt eine Neuinterpretation in starker Anlehnung an die bronzezeitlichen Gebäudetypologien dar:  Wände aus Stampflehm, Decken aus Lehmputz, Tragkonstruktion in Holz mit gedrechselten Säulen. Aussenseitig wird Der Bestand und das Dach mit Lärchenholz verkleidet. Der Bodenbelag der Piazza geht fliessend von Aussen nach Innen. Von der Kulturschiene ausgehend werden kreisrunde Gestaltungen in den Bodenbelag eingefügt und mit verschiedenen Materialien belegt, um den Besucher Richtung Museum zu führen: In klarer Nord-Süd Richtung erfährt der Besucher so nicht nur eine optische, sondern auch eine taktile Orientierung. Die taktilen Bodenkreise verdichten sich in ihrer Grösse vor dem Museumseingang, werden teils mit Gräsern bepflanzt oder mit runden  Sitzelementen belegt.

(Auszug: Erläuterungsbericht)

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